Ernährungsberatung und Fitness-Nahrung anbieten – Do’s and Dont’s

Die Wichtigkeit von Ernährungscoachs und Nahrungs(ergänzungs)mittelhersteller im Bereich Gesundheit und Fitness wird sich in den nächsten Jahrzehnten ausweiten, da die Rolle der Ernährung in unserer Gesellschaft immer wichtiger wird. Fertiggerichte und Fast Food wird immer omnipräsenter in unserer schnellen Gesellschaft – daher ist es die Aufgabe von Selbstständigen in der Fitness- und Ernährungsbranche, Klarheit und Grenzen für den Kunden zu schaffen.

Eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit mit Klienten in der Rolle als Ernährungsberater, Hersteller oder Ernährungscoach ist es, den genauen Tätigkeitsbereich zu verstehen und zu verstehen, wie man den Kunden am besten dienen können.

Hier sind einige der wichtigsten Do’s und Dont’s, an die Du Dich  erinnern solltest, wenn Du Dich  mit Kunden beschäftigst und mit ihnen arbeitest.

Verschreibe keine Ernährungspläne

Ich denke, es ist wichtig, zuerst mit diesem zu beginnen, da es vielleicht die häufigste Bitte von Kunden oder potenziellen Kunden ist, aber auch die schwierigste Situation.

Viele Klienten kommen zu uns als Ernährungsberater, Ernährungscoach oder Personal Trainer mit Ernährungszertifikaten und wollen, dass wir ihnen sagen, was sie essen sollen, wie viel und wann sie es essen sollen. Das ist in der Tat ein großer Teil der Arbeit in der Fitness-Branche, aber es ist entscheidend zu verstehen, wie Du diese Bedürfnisse Deiner Klienten erfüllen kannst.

In den meisten Fällen ist es niemandem außer einem registrierten Diätassistenten (RD) oder einem zugelassenen Arzt gesetzlich erlaubt, Essenspläne zu verschreiben. Das bedeutet, dass Du Deinem Klienten keinen detaillierten Speiseplan zur Verfügung stellen solltest und darauf hinweisen solltest, dass er diesen Speiseplan befolgen muss. In vielen Fällen kann es als „Verschreibung“ eines Speiseplans angesehen werden, wenn Du einem Klienten einen Speiseplan gibst.

Gib Deinen Kunden Struktur rund um Ihre Mahlzeiten

Nur weil Du nicht in der Lage bist, einen Speiseplan vorzuschreiben, heißt das nicht, dass Du keine Anleitung, keinen Rat und keine Struktur rund um die Mahlzeiten eines Klienten geben kannst oder solltest.

Wenn Du zum Beispiel Anbieter von Fitness-Essen und gleichzeitig Ernährungsberater bist, gib Deinem Klienten wertvolle Hinweise zu Mahlzeiten, die immer gehen, die nur morgens funktionieren und zu jenen, die sich als Abendbrot eignen.

Aufgrund dessen können Gesunde Fertiggerichte eine hervorragende Möglichkeit sein, schnell und einfach nährstoffreiche Gerichte aufzubereiten. Egal ob es sich um ein feuriges Chipotle Chili, ein veganes Kichererbsen Curry oder einen leckeren Berglinseneintopf handelt – die Auswahl an gesunden Fertiggerichten ist riesig!

Anstatt einem Klienten einen Speiseplan vorzuschreiben, kannst Du ihm Anleitung und Struktur rund um die Mahlzeiten geben. Du kannst einem Klienten sagen, dass er zum Abendessen eine Portion proteinreiches Essen (z.B. Lachs, Huhn oder Rind), eine nährstoffreiche Portion, eine Speisestärke-Quelle (z.B. Kartoffeln, Süßkartoffeln, Linsen), eine Fettquelle und Gemüse (z.B. einen Salat mit Vinaigrette-Dressing) zu sich nehmen sollte.

Wenn Du weißt, dass Dein Klient komplett auf tierische Produkte verzichten möchte, oder muss, dann biete an ihn oder sie bei veganen Fertiggerichten umfassend zu beraten und ggf. Vorschläge zu machen.

Verschreibe keine spezifischen Nahrungsergänzungsmittel oder Dosierungen

Die Kunden werden oft Fragen zu Nahrungsergänzungsmitteln haben, auch zu Vitaminen und Mineralien. Zum Beispiel können die Kunden fragen, wie viel Vitamin D sie täglich zu sich nehmen sollten. Als Ernährungswissenschaftler/Ernährungscoach ist es außerhalb des Praxisbereichs, den Klienten ein bestimmtes Supplement oder eine bestimmte Dosierung zu verschreiben. In diesem Szenario wäre es außerhalb des Praxisbereichs, einem Klienten zu sagen, er solle im Winter 5000 Einheiten Vitamin D pro Tag zu sich nehmen.

Kläre Kunden über Nahrungsergänzungsmittel immer auf

Auch wenn das Verschreiben von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln und Dosen nicht in den Aufgabenbereich eines Ernährungswissenschaftlers/Ernährungscoachs fällt, ist die Aufklärung Deiner Klienten ein wesentlicher Aspekt Deines Berufs. Verweise zur Not immer auf einen Ernährungsberater oder Arzt.

Um auf das Beispiel von oben zurückzukommen: Du kannst zwar keine Dosis Vitamin D verschreiben, aber Du kannst Aufklärung betreiben. Wenn Dich  ein Klient nach einer Vitamin-D-Supplementierung fragt, antwortest Du vielleicht so etwas wie: „Untersuchungen haben ergeben, dass eine Supplementierung mit Vitamin D bei einem Mangel an Vitamin D Dein Erkrankungsrisiko verringern kann. Wenn Du denkst, dass Du daran interessiert bist, können wir mit einem Arzt zusammenarbeiten, um Dir die richtige Art und Dosierung zu besorgen.

Behandele Krankheiten niemals mit Ernährung

Oft kommen Klienten mit Krankheiten oder Beschwerden zu uns. Angesichts ihrer Häufigkeit kommen viele Klienten mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einer Familiengeschichte mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu uns. Es kann auch vorkommen, dass Klienten mit Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes zu uns kommen. Es liegt außerhalb des Praxisbereichs, diese Krankheiten mit Ernährung zu behandeln.

Wenn zum Beispiel ein Klient, der mit Dir arbeitet, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hat, wäre es außerhalb des Praxisbereichs, zu versuchen, sie mit einer Kohlenhydratarmen oder kalorienarmen Diät zu „behandeln“.

Keine Diagnose, sondern Tipps zu dem, was Du kannst

Während die Behandlung einer Krankheit außerhalb des Praxisbereichs liegt, bieten wir in der Fitness-Branche Aufklärung und Einsicht darüber, wie sich die Ernährung nachweislich auf den Zustand bzw. die Krankheit eines Klienten auswirkt. Wenn ein Klient mit einer nachgewiesenen Herz-Kreislauf-Erkrankung zu Dir kommt, kannst Du ihn vielleicht darüber aufklären, wie Gewichtsabnahme und körperliche Bewegung das Risiko eines größeren Herz-Kreislauf-Ereignisses verringern können, und ihm Ratschläge zur Auswahl von Lebensmitteln und Gewohnheiten geben, die zu einer Gewichtsabnahme führen können. Es wäre auch wichtig, sie an einen Arzt zu verweisen, der ihnen hilft, ihre Krankheit in den Griff zu bekommen und ihnen weitere Einblicke in Mahlzeiten zu geben, die ihren Bedürfnissen entsprechen könnten.

Das Fazit

Deine Aufgabe ist es, Deinen Klienten Anleitung, Rat und Unterstützung zu geben; nicht, starre Essenspläne oder Nahrungsergänzungsmittel vorzuschreiben oder Krankheiten zu behandeln.

Wenn Du Zweifel an Deinem Tätigkeitsbereich hast, kannst Du Dich  an Deine Berufsverbände oder an die Rechtsauskunft, um zusätzliche Beratung oder Einblicke zu erhalten.